Produkt 04 / Fahrzeug · TCMS

TCMS Oracle

Das Fahrzeug sagt, wann es in die Werkstatt will. Man muss nur zuhören — und zwar auf der Bus-Ebene, nicht im Wartungsheft.

Vorstellung

Was TCMS Oracle ist.

Ein Schienenfahrzeug produziert pro Tag mehr Daten als ein ganzes Bürogebäude. Die meisten davon landen in einem Archiv und werden nie wieder angesehen — bis etwas ausfällt. Dann sucht jemand in genau diesem Archiv nach dem Moment, in dem es hätte auffallen müssen.

TCMS Oracle dreht das um. Es liest die Bus-Daten, Fehlercodes und Betriebszustände kontinuierlich, modelliert den Verschleiß relevanter Komponenten und liefert eine Restlebensdauer mit Konfidenzintervall — statt einer Zahl ohne Begründung.

Der Name ist keine Anmaßung, sondern eine Arbeitsbeschreibung: Das System spricht in Wahrscheinlichkeiten, nicht in Gewissheiten. Und es sagt dazu, worauf es sich stützt.

Bus-Mapping

Import von MVB-, CANopen- und Ethernet-Mitschnitten. Signaldefinitionen werden aus DBC-, EDS- oder projektspezifischen Beschreibungen übernommen.

Fehlercode-Mining

Fehlercodes werden nicht nur gezählt, sondern in Sequenzen betrachtet. Muster, die einem Ausfall vorausgehen, werden sichtbar — auch wenn jeder einzelne Code harmlos ist.

Restlebensdauer

Modellierung von Bremsen, Radsätzen, Klimaanlagen, Türen und Traktionskomponenten. Ausgabe mit Konfidenzintervall und zugrunde liegenden Signalen.

Wartungsvorschlag

Abgleich mit Werkstattkapazität, Umlaufplan und Ersatzteilverfügbarkeit. Der Vorschlag ist ein Vorschlag — die Entscheidung bleibt beim Menschen.

Flottenvergleich

Vergleich von Fahrzeugen gleichen Typs unter unterschiedlichen Einsatzprofilen. Auffälligkeiten einzelner Fahrzeuge werden gegen die Flotte eingeordnet.

Nachvollziehbarkeit

Jede Empfehlung ist auf die Rohdaten zurückführbar. Kein Modell ohne Quellenangabe, keine Zahl ohne Zeitstempel.

Datenquellen
TCMS-Logs, JRU, Bus-Mitschnitte, Werkstattdaten, Umlaufplan
Formate
CSV, Parquet, MDF4, projektspezifische Binärformate (per Konverter)
Modellierung
physikalisch gestützte Modelle, keine reinen Blackbox-Verfahren
Systemvoraussetzungen
8 vCPU, 32 GB RAM, GPU optional
Ausgabe
Web-Dashboard, CSV, REST-API, Anbindung an ERP/CMMS
Datenhaltung
On-Premises beim Betreiber oder EU-Cloud

Bedienungsanleitung

Vom Log
zur Prognose.

Die erste Modellierung braucht drei Monate Daten. Danach wird es ruhiger — für alle Beteiligten.

  1. Datenlogger anbinden

    Logger im Fahrzeug oder an der Abstellanlage installieren. Übertragung per WLAN im Depot oder per Mobilfunk. Rohdaten werden lokal gepuffert und bei Verbindung nachgeladen.

  2. Signale zuordnen

    Bus-Beschreibungen importieren und den Komponenten zuordnen: Bremse, Tür, Klima, Traktion, Radsatz. Nicht zugeordnete Signale werden ignoriert, nicht interpretiert.

  3. Einlernphase

    Mindestens 90 Tage Betriebsdaten erfassen, damit das System das normale Verhalten der Flotte kennt. In dieser Phase werden ausschließlich Auffälligkeiten dokumentiert, keine Prognosen ausgegeben.

  4. Modelle kalibrieren

    Bekannte Werkstattbefunde der Vergangenheit als Referenz einspielen. Das System gleicht seine Modelle daran ab und zeigt, wie gut die Rückrechnung historischer Ausfälle gelingt.

  5. Betrieb aufnehmen

    Ab hier liefert TCMS Oracle täglich Restlebensdauern und Wartungsvorschläge. Empfehlungen werden im Dashboard bestätigt oder verworfen — beides fließt in die Kalibrierung zurück.

  6. Review und Anbindung

    Monatliches Review mit Werkstatt und Betrieb. Auf Wunsch Anbindung an ERP oder CMMS, damit Wartungsaufträge automatisch entstehen — mit Freigabe durch einen Menschen.

Ein ehrlicher Hinweis

Predictive Maintenance ist kein Orakel. Es ist eine bessere Grundlage für Entscheidungen. Wer von einem Modell erwartet, dass es Ausfälle verhindert, wird enttäuscht. Wer es nutzt, um Wartung zu planen, statt auf Ausfälle zu reagieren, spart Geld und Nerven. Wir sagen Ihnen vorher, welche Genauigkeit realistisch ist — und welche nicht.

Produktspezifische Datenschutzerklärung

Datenschutz —
TCMS Oracle

Stand: 01. November 2026 · Fassung 1.0

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